Nach ein paar Tagen am Ende der Welt haben wir uns wieder Richtung Norden aufgemacht. Auf der Fähre über die Magellanstraße haben wir ein paar Biker aus Ushuaia kennengelernt, die zu einem Motorradtreffen in dem kleinen Nest Las Heras wollten. Nun gut, da wir gerade nichts besseres zu tun hatten, sind wir auch dort aufgekreuzt und gleich in die große Bikergemeinschaft aufgenommen worden. Tausende Leute wollten ein Foto von den Motorrädern und uns, und abends wurden wir sogar auf die Bühne geholt, wo wir unseren Preis für die längste Anreise entgegennehmen durften (was ja eigentlich ein wenig unfair ist, wenn man bedenkt, dass manche Leute extra für dieses Treffen 3000km gefahren sind). Auf jeden Fall haben wir dort viel Spaß gehabt und eine Menge Leute kennengelernt, und Angie konnte sogar ein paar Kontakte zur patagonischen Ölbranche knüpfen.
Nach Las Heras ging es dann weiter an der Küste entlang mit vielen Touristenstränden und es wurde langsam aber sicher immer wärmer. Nun sind wir in Buenos Aires, der Stadt des Tangos, angekommen und wir haben immer noch keinen Käufer für unsere beiden Bikes gefunden. An einem Abend sind wir von Yves (einem Bekannten von Till aus den USA) zum Asado (Grillen) eingeladen worden und unsere Bikes stehen seit 3 Tagen bei Christian (einem Bekannten von Yves).
Heute abend werden wir dann unsere Bleibe zu Dakar Motos verlegen, wo wir die Mopeds erst einmal auf Vordermann bringen (Kettensatz, Hinterreifen), damit wir noch nach Sao Paolo fahren können.


 

Von Punta Arenas ging es mit der Fähre nach Porvenir durch stürmische See. Auf der Überfahrt gab es Riesenwellen, die unsere schönen Mopeds erstmal in Salzwasser getaucht und sogar ein Motorrad von zwei deutschen Kollegen trotz Sicherung umgekippt haben. Gerade auf der letzten Schotterstraße vor der Grenze zu Argentinien habe ich mir noch meinen ersten Platten geholt. Als wir ihn selber reparieren wollten, haben wir gemerkt, dass die 5 USD Luftpumpe aus Ecuador keinen Pfennig wert ist und so musste ich noch mit Angies Moped 140km zur nächsten Werkstatt und zurück fahren. Ihr Topcaseständer hat dann auch zum dritten Mal den Geist aufgegeben, aber nach erneutem Schweißen hält er nun wieder.
Die Fahrt durch Feuerland (das heißt übrigens so wegen den Lagerfeuern der Einheimischen, welche vorbeifahrende Schiffe gesehen haben) war dann recht windig, aber schön und auf den letzten hundert Kilometern haben wir dann noch einmal den ganzen Trip gedanklich revue passieren lassen.
Dann war es endlich nach etwas über einem Jahr und ca. 45.000km soweit: Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt (naja, sie streiten sich noch mit Chile darüber, ob das südlichere Puerto Williams als Stadt zählt oder nicht)! Schön am Beagle-Kanal vor Bergen und Gletschern gelegen, ist das eine Touristenhochburg, aber trotzdem eine schöne Stadt. Hier kommen die ganzen Schiffe auf dem Weg in die Antarktis vorbei (mit 4000USD sind die Trips dorthin leider etwas überhalb unserer Budgets) und hier endet auch die Panamericana (Ruta 3) im Nationalpark “Tierra del Fuego” mit einem schönen Schildchen, was natürlich jeder fotografieren muss. Auf einer kleinen Bootstour haben wir dann noch ein paar Seelöwen, Kormorane und Pinguine angeschaut, und natürlich haben wir auch das offizielle Ende des Trips mit ein paar anderen Bikern ordentlich gefeiert.
Ab jetzt geht es in den nächsten 1,5 Monaten wieder in den warmen Norden nach Buenos Aires und nach Sao Paolo, wo wir versuchen werden, die beiden Motorräder zu verkaufen (soll gar nicht so einfach sein).

Zum Abschluss des Trips gibt es natürlich auch wieder ein kleines Rätsel, diesmal dürfte es aber relativ einfach sein… Es handelt sich wieder um ein Lied, das etwas mit dem linken Bild zu tun hat.


 

So, heute bin ich genau ein Jahr unterwegs und immer noch ein paar hundert Kilometer vom Ziel Ushuaia entfernt. In ein paar Tagen ist es dann so weit, aber zuerst mal gibt’s eine kurze Zusammenfassung von den letzten Wochen…
Kaum aus Bolivien draußen, hat uns auch gleich ein kleiner Kultur- und Preisschock erwartet. Als wir uns abends nach den rauhen Tagen in Bolivien einmal den Luxus eines schönen Zimmers gönnen wollten, hatte ich etwas mit 35 USD verstanden, was ich für die Hütte auch ganz angebracht fand. Leider hab ich irgendwie die 3 Nullen hinter der Zahl übersehen und das Zimmer hat 35 000 Chilenische Pesos gekostet, was über 50,-€ entspricht!!! Die spinnen, die Chilenen, das war also dann bei weitem die teuerste Absteige des ganzen Trips (vor allem, wenn man gerade aus Bolivien kommt und für eine Übernachtung maximal 5 USD bezahlt hat). Hier in Chile ist aber alles so teuer wie in Deutschland und auch das ganze Land ist sehr europäisch angehaucht. Also sind wir so schnell wie möglich auf der Panamericana nach Santiago de Chile gefahren, um erstens ein paar Freunde von Angies Papa zu besuchen, und zweitens, um die Motorräder wieder auf Vordermann zu bringen. Neue Vorderreifen waren fällig, und Angies Vorderradgabel hat wieder ordentlich Öl verloren, außerdem sollte mal ihr neuer Kettensatz eingebaut werden. Die Bekannten von Angies Papa haben uns auch prima in ihrem Haus in Santiago (mit Swimming-Pool!) aufgenommen und wir wurden regelrecht gemästet. Dafür nochmal ein ganz herzliches Dankeschön!
Wir haben am nächsten Tag eine Mopedwerkstatt gefunden, die uns die Teile besorgen konnte, sie leider aber auch einbauen wollte. Das hätte ich wohl besser selbst gemacht:
Pat und Patterchon (ich nenne die beiden Mechaniker jetzt einfach mal so) waren zwar sehr nett, aber mir kamen sie vor, als ob sie zum ersten Mal ein Motorrad reparieren. Als ich zufällig mal vorbei gelaufen bin, wie sie die neue Kette von der Angie einbauen wollten, hatten sie diese schon zugeclippt. Als ich sie dann gefragt habe, wie sie nun die geschlossene Kette über die Schwinge bringen wollen, haben sie sie dann wieder aufgemacht. Naja, kann ja mal passieren… Um das Vorderrad nach dem Reifenwechsel wieder einzubauen, haben sie dann etwa 4 Stunden gebraucht (ich hatte es bei meinem komischerweise in 10 Minuten selbst reingemacht, und dabei hab ich noch die Bremsbeläge ausgewechselt). Dabei haben sie auch noch vergessen, die Klemmschraube festzuziehen, weshalb wir diese dann auf der Heimfahrt irgendwo verloren haben. Also am nächsten Tag wieder hin und eine neue Schraube reinmachen lassen, wobei sie dann das Gewinde kaputtgemacht haben. Naja, irgendwann hat es dann geklappt. Damit das mit Angies Gabeldichtung nicht noch einmal passiert, haben wir uns dann sogar noch zwei sogenannte “Federbälge” gekauft (das sind diese Kunststoff-Ziehharmonikas an den Vorderradgabeln von Enduros), ich hoffe mal, das hilft.
Nach diesen ersten Reparaturen ging es dann auch gleich los Richtung Süden bzw. Argentinien, wo wir dann das Zelten wieder richtig angefangen haben. In Argentinien angekommen, rechts ab auf die Ruta 40, das ist sozusagen die Route 66 von Südamerika. Bekannt durch Herrn Che Guevara und seine “Motorcycle Diaries”, zieht sich diese Schotterstraße an der Westseite von Argentinien durch die Anden durch bis ganz nach unten. Verglichen mit den bolivianischen Straßen kann man sie jedoch getrost als “Autobahn” bezeichnen und so sind wir relativ flott in Patagonien angekommen. Trotzdem hat es für Angies Topcasehalterung wohl doch zu stark geruckelt und sie ist zweimal hintereinander durchgebrochen, hält nun aber hoffentlich nach dem zweiten Schweißen wieder.
Hier in Patagonien gibt es eine super Landschaft, schönes Wetter (wenn der starke Wind nicht wäre), und die Sonne geht erst um 23.30 Uhr unter. Ein kleines Paradies für Wanderer, Kletterer, Naturfreunde und Motorradfahrer. Wir sind nach El Chaltén zum 3406m hohen Granitfelsen Fitz Roy und danach zum Gletscher Perito Moreno gefahren, wo man hin und wieder riesige Eisbrocken unter ohrenbetäubendem Lärm in den Gletschersee fallen sehen kann (da der Gletscher fast 2m pro Tag wandert, wir konnten jedoch nur ein paar kleinere “Eisbröckelchen” ins Wasser fallen sehen).
Gerade sind wir wieder in Chile angekommen und haben uns heute den Torres del Paine Nationalpark angesehen, morgen geht’s dann in Punta Arenas auf die Fähre nach Feuerland.


 

Und hier wieder ein paar Geschichten aus Südamerika:
Nach ein paar Tagen Aklimatisierung in Cuzco mussten wir dann natürlich auch das größte Heiligtum der Inkas, Machu Picchu, besichtigen. Diese “verlorene Stadt” haben wir allerdings - anders als die in Kolumbien - ganz neckermanntouristisch mit dem Zug und tausend anderen Touris besucht (die “Inka-Trail” Wanderer bescheißen übrigens auch, da sie zwar 6 Tage hinwandern, aber mit dem Zug zurückfahren). Aber nichtsdestotrotz: Machu Picchu ist wirklich sehr beeindruckend, die Lage phantastisch und so hatten wir bei strahlendem Sonnenschein einen gebührenden Abschluss für unsere “panamerikanische Tempel-Tour” aka “alte Steine dies- und jenseits des Äquator”. Nach diesem kulturellen Genuss durfte der kulinarische nicht fehlen und so gönnten wir uns an einem Abend die peruanische Spezialität “Cuy al horno” - im Ofen gebackenes Meerschweinchen. Ekelhaft! Nicht nur, dass an so einem Viech nix dran ist und es zubereitet etwas “seltsam” aussieht, es schmeckt auch noch wirklich abscheulich. Aber gut, wir mussten es ja auf jeden Fall mal probiert haben.
Für Silvester haben wir uns das gemütliche Örtchen “Copacabana” am Strand des Titikaka-Sees in Bolivien ausgesucht. War recht ruhig dort und wir konnten uns ein wenig vom Reise-Stress erholen (Jammer, jammer). Danach ging es in die Hauptstadt La Paz auf 3600m. Hier ist die Luft schon recht dünn und das Atmen und insbesondere auch das Rauchen fällt einem schwer. Hier in La Paz gibt’s sogar ne Bar, wo man für 5 USD mal 10 Minuten lang reinen Sauerstoff einatmen kann. Wir sind in dem “Adventure Brew” Hostel abgestiegen, welches sogar eine eigene Brauerei hat und jeden Abend gibt’s ein Freibier für die Gäste. Außerdem kann man sich hier in eine “Bier-Badewanne” legen, die von unten mit einem Feuer beheizt wird. Soll angeblich gut für die Haut sein… ich halte es für Bier-Missbrauch.
Am nächsten Tag haben wir dann eine Mountain-Bike Tour auf der “gefährlichsten Straße der Welt” gemacht. Diesen Namen hat sie aus den 80er Jahren, wo durchschnittlich ein Mensch pro Tag dort ums Leben kam. Heute ist sie eigentlich recht harmlos, da der Hauptverkehr jetzt über eine andere Straße läuft, aber trotzdem ist es ein schöner Ausflug: Man startet auf 4700m in Schnee, Regen und Hagel mit Thermokombi, Winterhandschuhen und Skibrillen, danach geht es 60km bergab - erst auf Teer, dann auf Schotterstraßen direkt neben einer bis zu 600m tiefen Schlucht - bis man dann in kurzer Hose und T-Shirt auf 1100m im Tal angekommen ist. Hat schon ein wenig Spaß gemacht ;-)
Blöderweise ist mir in La Paz noch ein kleines Malheur mit Angies Kreditkarte passiert (Karte nach falscher Geheimnummer eingezogen) und so mussten wir übers Wochenende noch dort bleiben. Diese Erholungszeit konnte ich aber nach einem Besuch in der Kneipe (?) “Vivians” auch gut gebrauchen. Außerdem konnten wir hier schon mal unsere weitere Reiseroute durch die “Salar de Uyuni” nach “San Pedro de Atacama” in Chile planen. Das ist praktisch Niemandsland mit schlechten Schotterstraßen, aber herrlicher Landschaft. Also haben wir uns für diesen Trip extra einen 20l Kanister für Extra-Sprit und ein paar Karten beim “militärischen Institut für Geografie” in La Paz besorgt, die Angie dann auch prima ausmalen durfte. Schon der Weg nach Uyuni war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen mochte: Schlechte Schotterstraßen, tiefer Sand, rutschiger Schlamm und immerhin nur eine Flußdurchquerung. In Uyuni kam dann die erste schlechte Nachricht: Wir können nicht den geplanten Weg durch die Salar (Salzwüste) nehmen, da sie aufgrund der Regenfälle unter 10-30cm tief Wasser steht, was abgesehen von nassen Füßen den Tod für die Motorräder bedeuten würde. Also haben wir umgeplant und eine 1-Tages Tour mit einem Jeep auf die Salar de Uyuni gebucht. Das Gute an der Situation: Wenn so eine Wasserschicht auf der größten Salzwüste der Erde liegt, bietet sich dem Betrachter ein surreales und wunderschönes Bild. Die Wasserschicht spiegelt den Himmel wieder und der Horizont ist nicht mehr erkennbar und so “schweben” alle entfernten Objekte wie Autos, Menschen und Berge in der Luft. Schon sehr beeindruckend, das zu sehen, ich hoffe, dass das auf den Fotos etwas herauskommt. Wir haben dann herumgefragt, ob und wie man die Route von Uyuni nach Chile mit Motorrädern fahren kann und die Antworten waren von “geht gar nicht” bis zu “kein Problem, in maximal zwei Tagen leicht machbar”. Naja, die Wahrheit lag etwa in der Mitte. Der erste Tag war noch relativ locker zu machen, über Sandpisten und rutschigen Matsch, ab und zu mal ein paar Pfützen und ein Flüsschen. Ein Einheimischer hatte uns extra eine Karte gezeichnet (die “militärischen” Karten von La Paz waren für den A…), jedoch standen wir irgendwann mal auf einem kleinen Feldweg vor einem tiefen Fluss, wo wir sicher waren, dass wir uns irgendwie verfahren hatten. Blöd. Also rumgedreht, durch Dutzende von kleinen Bächen gefahren, bis wir mal ein paar Einheimische getroffen haben und sie nach dem Weg gefragt haben. Also doch über den Fluss. Auf dem Weg hatten wir eine kleine “Brücke” aus wacklig übereinander gestapelten Steinen entdeckt, die wir dann genommen haben. Huiuiui, da hat mein kleines Pertherzchen wieder einmal etwas schneller geschlagen, bis ich die beiden Mopeds da drüber balanciert hatte. In einem kleinen Wüstenkaff fielen wir dann beide nach einem Creme de la Chrome - Gaskochermenü in die Matratzen. Der nächste Tag war dann der Horror. Es hat die ganze Zeit geregnet, was dem “Straßen”-Zustand nicht gut getan hat und so mussten wir über Wege mit Furchen, wo man sein Moped drin verstecken kann, durch Pfützen, die sich tiefer entpuppten, als sie aussahen und allerlei sonstige Widrigkeiten fahren, bis wir endlich in Eishagel an der Laguna Colorada ankamen. Auf dem Weg hatte sich zum dritten Mal Angies Kupplungshebel verabschiedet. Naja, immerhin haben wir 60km in 6,5 Stunden geschafft. Der dritte Tag war dann relativ harmlos und nach einem kleinen Abstecher zum “Arbol de Piedra” (Baum aus Stein) sind wir dann trocken und ohne weitere Zwischenfälle bei der “Laguna Verde” an der Grenze zu Chile angekommen. Als wir am nächsten Tag wieder einen Straßenbelag entdeckten, mussten wir uns erst einmal niederknien und den Teer küssen.
Wir genossen den Abstieg von 4500m auf 2500m auf einer schön geteerten Straße mit dem Blick auf die riesige Atacama-Wüste im Norden Chiles, wo es dann auch endlich wieder richtig warm wurde.
Aber weitere Abenteuer aus Chile gibt’s dann beim nächsten Mal…


 

Zuerst einmal wünsche ich allen daheim ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch. Danke für die Emails und natürlich auch für das ZDW-Geschenk, ich werde rechtzeitig zur Grillsaison wieder in Würzburg sein. Nun aber zu ein paar weiteren Geschichten aus Südamerika:
Nach den paar schönen Tagen in Baños (es kamen noch ein paar Mopedreparaturen dazu: Ein neuer Gaszug für mein Moped, eine neue Speiche und ein einigermassen behobener Achter im Vorderrad) ging es dann auch schon Richtung Peru. Blöderweise ist mir auf dem Weg dorthin kurz nach der schönen Kolonialstadt Cuenca ein kleines Malheur passiert: Ich träumte gerade etwas vor mich hin und habe versucht, meiner Angie hinter mir irgendwie zu zeigen, dass sie ihren Blinker an hat, als plötzlich so ein Geschwindigkeitshubbel vor mir auftaucht und das Auto vor mir eine Vollbremsung hinlegt. Selbst mit meinem ABS hat dann der Bremsweg nicht mehr ganz ausgereicht und ich bin meinem Vordermann schön hintenrein gefahren. Dem Motorrad ist zum Glück nix passiert, aber das Hinterteil von meinem Vordermann hat eine ordentliche Delle bekommen. Blöd. Aber der Fahrer hat kein großes Theater gemacht und wir haben uns darauf geeinigt, dass wir zur Werkstatt fahren und ich ihm halt die kaputten Teile ersetze. Nun gut, das waren dann halt schon wieder 600USD weniger in meiner Reisekasse (wahrscheinlich macht er sich gerade davon einen schönen Urlaub), aber was will man machen, meine Verhandlungsposition war nicht ganz optimal.
Je näher wir an die Pazifikküste und an Peru kamen, desto wärmer wurden die Temperaturen. Nach der ganzen Kälte wollten wir auch mal wieder etwas Strandleben genießen und so fuhren wir nach dem problemlosen Grenzübertritt in das Strandörtchen Máncora. Hier wimmelte es nur so von Travellern, Surfern, Restaurants und Hostels. Es war auch mal wieder richtig schön, in Badehose am Strand zu liegen, einen Cocktail zu trinken und den Surfern beim Warten auf die richtige Welle zuzuschauen. Außerdem haben wir hier nach zwei Monaten den Australier Richard wiedergetroffen, der mit uns auf dem Segelboot von Panama nach Kolumbien war. War mal wieder richtig schön, ein bekanntes Gesicht zu sehen und das musste natürlich ordentlich gefeiert werden.
Die nächsten beiden Tage auf dem Weg nach Lima ging der Weg auf kerzengeraden Straßen durch Sandwüsten mit kleinen Oasen zwischendurch und man musste aufpassen, dass einem der Sprit nicht ausgeht (z.T. über 200km zwischen zwei Tankstellen, jetzt wissen wir, dass man in Peru immer tanken sollte, wenn man die Gelegenheit hat).
In Lima angekommen, haben wir zufällig auf der Suche nach einem Hostel an einer Ampel einen Motorradfahrer kennengelernt, der uns dann netterweise zu unserem Hotel geleitet hat. Es stellte sich heraus, dass er vom “Lima Moto Club” ist und wir haben schon am selben Abend seine Clubkameraden kennengelernt. Wirklich supernette Leute, die uns während der ganzen Zeit in Lima begleitet haben, mit uns Stadtrundfahrten und sonstige Mopedtouren unternommen haben, uns zum Pisco Sour eingeladen haben und schließlich bei unserer Abfahrt extra nochmal vorbeigekommen sind und uns noch Aufkleber von Peru und ihrem Club geschenkt haben (die nun unsere Motorräder zieren). Falls einer von ihnen diesen Blog liest: Herzliches “Muchas Gracias!”. In Lima war es dann auch für unsere Motorräder so weit, dass sie neue Hinterreifen bekommen (was in Peru gar nicht so leicht ist, da es hier wenige Mopeds über 250cc gibt und damit die Reifenauswahl sehr beschränkt ist).
Mit den neuen Reifen ging es dann in die kleine Wüstenoase Huacachina, ein winziges, zwischen riesigen Sanddünen gelegenes Örtchen mit einer kleinen Lagune und ein paar Hostels außenrum. Die Hauptattraktion hier (abgesehen von der Lage) sind die Sandbuggy-Touren mit anschließendem Sandboarden. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen und so fanden wir uns am nächsten Tag wild zwischen und über Dünen rasend in einem Sandbuggy wieder. Wenn so ein Sandbuggy über eine Dünenkante in den Abgrund heizt, ist das ungefähr so wie Achterbahnfahren, nur dass sich so eine Achterbahn normalerweise nicht überschlagen kann. Hat aber viel Spass gemacht und auch das Sandboarden war ganz lustig, auch wenn man die Boards alle 30m wieder neu wachsen musste. Abends konnte man dann den Sand gemütlich im Pool wieder abwaschen und auch das Knirschen zwischen den Zähnen mit einem Cocktail wegspülen.
Da wir Weihnachten in Cuzco verbringen wollten, haben wir nur ganz kurz einen Abstecher zu den berühmten Nazca-Linen gemacht. Das sind diese großen mystischen Symbole im Wüstenboden, die man nur aus der Luft richtig erkennen kann und keiner genau weiß, wer sie gemacht hat. Nach Nazca ging es dann in die Berge und die Temperatur ist mit jedem Höhenmeter merklich gesunken. Auf einem Pass hat uns dann ein Hagelsturm erwischt und wir mussten durch 10cm tiefe Hagelkorn-Wasser-Mischung fahren und dabei noch möglichst einem heftigen Gewitter ausweichen. Auch die Landschaft hat sich nun von Wüste zu grüner Berglandschaft gewandelt, mit großen Herden von Lamas, Kühen, Ziegen und sonstigem Getier (einmal hab ich fast eine Vogelspinne(?) überfahren), was sich nicht geändert hat, sind die dummen Hunde, die einem ständig vors Motorrad rennen.
Wir sind gestern in Cuzco angekommen, dem Portal zum neuen Weltwunder “Machu Pichu” und haben einen recht ruhigen Weihnachtsabend verbracht. Hier feiern die Leute den Heiligabend ungefähr so wie bei uns die Leute Silvester feiern. Um Punkt 12 Uhr beginnt die Kracherei mit Böllern und Raketen und die Leute fallen sich in die Arme und rufen “Feliz Navidad”.
Naja, in diesem Sinne wünsche ich allen daheim auch ein herzliches “Feliz Navidad” und nen guten Rutsch!

Es gibt diesmal auch wieder ein kleines Weihnachtsrätsel (hoffe es ist ein klein wenig schwieriger als letztes Mal). Es gibt natürlich auch wieder eine Kleinigkeit zu gewinnen, auch wenn das mit der Auslieferung nach Deutschland noch ein wenig dauert (sorry Pfisti, aber bis jetzt haben wir seitdem noch keinen vertrauenswürdigen Deutschen kennengelernt, dem wir Dein Paketchen mit heim schicken konnten). Es handelt sich wieder um ein Lied, das durch das Bild mit der Flagge dargestellt wird.


 

So, seit langem habe ich mal wieder Zeit und Netz, um einen neuen Beitrag zu schreiben.
Nachdem endlich die Motorradteile innerhalb der Rekordzeit von einer Woche vom einen Ende Bogotas zum anderen Ende Bogotas geliefert wurden, ging die Reparatur der Motorräder dann auch recht flott über die Bühne. Und über den Preis kann man sich auch nicht beschweren: Ölwechsel mit Ölfilterwechsel, Austausch der Motordichtungen, Einbau der Steuerkette und der Kettenspanner, Luftfilterwechsel, Austausch der Lenkkopflager, Mopedputzen und Volltanken für 220 USD, da kann sich so mancher Händler in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Beim Abholen der Motorräder hatten wir unsere Motorradpapiere natürlich nicht dabei und sind auch prompt von der Polizei kontrolliert worden. Nach einigem Hin- und Herdiskutieren haben wir das Ganze dann wieder mal südamerikanisch geregelt und durften 10USD ärmer weiterfahren.
Blöderweise mussten wir wegen der Verzögerung auch noch unser Visum für Kolumbien verlängern und eigentlich auch unsere Motorradimportgenehmigungen. Da das aber zu teuer und zeitaufwendig war und zu viele Fragen aufgeworfen hätte (”Wie? Wir brauchen für Kolumbien eine Motorradversicherung?”), haben wir es gelassen und auf die Umgänglichkeit des kolumbianischen Grenzpersonals gehofft.
Auf dem Weg zur Grenze ist uns dann noch in Armenia die bzw. Geralds Kamera geklaut worden, beim Motorradbeladen vor dem Hotel - von der Diebstahltechnik her gesehen ein kleines Meisterstück, ich rätsel immer noch, wie der liebe Herr Langfinger das vor unseren Augen angestellt hat (Nein, wir waren nicht betrunken). Der Grenzübertritt selber war dann absolut problemlos und hat keinen Pfennig gekostet (Viva Ecuador!).
Noch ein paar Bemerkungen zu Kolumbien:
Anders als in den Reiseführern beschrieben ist Kolumbien ein prima und sicheres Land, welches für den gemeinen Touristen viel zu bieten hat. Die Leute sind freundlich und hilfsbereit und wollen das Drogen-Entführungs-Guerilla-Image los werden. Für Naturliebhaber gibt es hier viel zu sehen, wobei man am besten den Lonely Planet vergisst und sich lieber den lokalen Touristenführer kauft, in dem auch die ganzen schönen Orte drin sind, die laut Lonely Planet zu gefährlich sind (auf seine Kamera sollte man aber gut aufpassen). In welchem anderen Land kann man mit 60km/h über der erlaubten Geschwindigkeit im Überholverbot rechts an einer Polizeistreife vorbeiziehen (die ebenfalls 30km/h zu schnell fährt), ohne dass es die auch nur im Geringsten juckt? Fazit: Kommt alle nach Kolumbien, es lohnt sich! (Falls jetzt jemand nach Kolumbien kommt und dann doch überfallen/entführt wird, bin ich nicht verantwortlich)
So, aber nun zu Ecuador: Schon auf den ersten Blick war uns dieses kleine Land sehr sympatisch, die guten Straßen, die freundlichen Leute und die faszinierende Natur. In der Hauptstadt Quito haben wir uns erstmal an die Höhe (2500m) gewöhnt und sind keuchend durch die schöne Altstadt gezogen, um uns eine neue Kamera zu besorgen. Nach zwei Tagen sind wir dann auch fündig geworden und haben sie gleich mal am Mittelpunkt der Erde (Mitad del Mundo) ausprobiert. Hier kann man je nach Lust und Laune zwischen den Erdhalbkugeln hin und herspringen und als Minister für Wissenschaft und Forschung habe ich natürlich gleich ein paar wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Obwohl es technisch eigentlich nicht möglich ist, funktioniert das Experiment mit der Klospülung wirklich: Schon drei Meter rechts und links vom Äquator dreht sich das Wasser in die entgegengesetzte Richtung, direkt auf dem Äquator dreht es sich überhaupt nicht. Ein Ei lässt sich am Äquator viel leichter auf einem Nagel balancieren und man wiegt wirklich 1-2kg weniger als daheim.
Nachdem also der Wissensdurst gestillt war, sind wir durch den wunderschönen Nationalpark Cotopaxi gefahren und haben einen Rundtrip durch irgendwelche kleinen Eingeborenendörfer gemacht. Das ist hier wirklich wie im Film, da führen irgendwelche buntgekleideten Omas mit nem Reissack auf dem Rücken und einem Tirolerhut auf dem Kopf Lamas durch die Gegend, kleine buntgekleidete Kinder (auch mit Tirolerhut) liegen auf der Wiese und hüten Schafe und die Hunde liegen faul neben der Straße, bis ein blöder ausländischer Motorradfahrer vorbeikommt, dem sie dann bellend nachrennen. Alles in allem laufen hier also die Uhren etwas langsamer, und das fühlt sich gut an.
Zur Zeit haben wir uns in Baños niedergelassen, welches unterhalb des aktiven Vulkans Tungurahua in einem beschaulichen Tal liegt. Hier ist es wieder richtig schön warm und der Ort wimmelt nur so von Touranbietern, Fahradverleihs, Hostels und den dazugehörigen Touristen. Gestern habe ich den ganzen Tag Motorrad geputzt, getuned und repariert. So zieren nun diverse Länderaufkleber mein Motorrad, ein Metallgitter schützt die beiden Kühler vor Steinen (damit ich nicht wieder ein Loch im Kühler bekomme) und schließlich hat Angies Moped einen neuen Gaszug bekommen (scheinbar hat sie soviel Gas gegeben, dass der alte Zug nur noch am seidenen Faden hing).


 

Wir wollten nach nach der ganzen Hektik ja mal das Reisen etwas ruhiger angehen lassen, aber mein Motorrad übertreibt es damit gerade ein wenig. Eigentlich sind wir nur zur BMW-Werkstatt in Bogota gefahren, um mein neues Lenkkopflager einbauen zu lassen. Dabei sollten sie nur mal kurz nach den seltsamen Geräuschen schauen, die aus dem Motor kommen. Blöderweise kam dabei heraus, dass die Steuerkette am Ende ist und mitsamt Spannschrauben und Dichtungen ausgewechselt werden muss. Alleine für die Teile wollte er 480 USD, also hab ich mal wieder den Motorradhändler meines Vertrauens angerufen und die Teile aus Deutschland für den halben Preis bestellt. Blöderweise dauert das ganze noch 8-10 Tage. Da uns die Warterei im Hotel zu lange gedauert hat, sind wir dann bei Juan Sebastian, einem Typen vom Hospitality-Club, abgestiegen. Prima und unkomplizierter Kerl, mit dem wir dann ein wenig herumgezogen sind (was an diesem Wochenende etwas schwierig war, da Wahlen waren und an diesem Samstag und Sonntag in Kolumbien kein Alkohol verkauft werden durfte).
Nach zwei Tagen bei Sebastian und seiner Familie wurde es uns dann aber auch zu langweilig in Bogota und wir sind ganz kulturhungrig mit dem Bus nach San Augustin gefahren, wo irgendwelche Eingeborenen 600 n. Chr. Hunderte von Figuren aus Stein gemeißelt haben und sie in der Gegend aufgestellt haben. Sieht ein wenig so aus, als wenn die örtliche Steinmetzschule dort ihre Fehlversuche entsorgt hat, aber naja.
Danach haben wir uns noch das schöne Städtchen Popayan angeschaut, bevor wir in Manizales im schönen “Mountain House”-Hostel gelandet sind. Manizales liegt in der bergigen Zona Cafetera von Kolumbien, wo - wie schon der Name sagt - der ganze Kaffee herkommt. Also sind wir mal auf eine Finca gefahren und haben und angeschaut, wie die gemeine Kaffeebohne so aufwächst. Jetzt wissen wir bescheid und sind praktisch zertifizierte Kaffeetrinker.
Viel mehr gibt es nicht zu erzählen, wir warten eben, bis die Ersatzteile aus Deutschland angekommen sind und wir dann gleich ab nach Ecuador fahren können.


 

Nach einer längeren Fahrt durchs schöne Kolumbien sind wir in San Gil angekommen, ein kleines Städtchen mitten in den Bergen. Dort haben wir uns entschlossen, einen kleinen Rafting-Trip zu unternehmen, was sich als außerordentlich spannend herausstellen sollte. Der Plan war, sich gemütlich ins Paddelboot zu setzen, ein paarmal das Ruder in den Fluss zu halten und sich dann auch mal ins Wasser fallen zu lassen. Es kam jedoch ganz anders. Schon beim Sicherheitstraining stellte sich heraus, dass es nicht ganz einfach wird, da es die letzten Tage geregnet hatte und der Fluss extrem schnell und das Wasser recht hoch war. Der Führer hat dann erzählt, dass wir mit Stromschnellen vom Grad 3-5 rechnen können (Grad 6 ist alles, was nicht raftbar ist). Beruhigend war, dass ein Sicherheitskajak dabei war, der die Stromschnellen vor uns erkunden und die Paddel bzw. Leute wieder einsammeln sollte. Schon nach den ersten zwei Stromschnellen fielen mir fast die Arme ab und der Guide hat immer lauter gebrüllt. Als dann die erste 3-Meter-Welle mitten durchs Boot rollte und dann auch wieder verschwunden war, haben auf einmal meine beiden Vordermänner gefehlt. Das zweite Boot hat sämtliche Leute bis auf den Führer verloren und selbst dieser sein Paddel. Nachdem alle Leute wieder eingesammelt waren, war uns so langsam klar, dass es kein Spaß war. Bei der nächsten Stromschnelle kamen auf einmal alle Leute in meinem Boot auf mich zugeflogen und ich bin natürlich im Wasser gelandet. Hatte vor Schreck natürlich gleich mal mein Paddel verloren, vergessen Luft zu holen und das Boot war über mir. Im nächsten Augenblick war es auch schon 10 Meter weg und bevor mich die nächste Riesenwelle erwischt hat, habe ich zum Glück noch das Rettungsseil erwischt und Luft holen können. Plötzlich war auch schon wieder das Boot über mir, aber auch die Stromschnelle vorbei und sie haben mich völlig ausgelaugt ins Boot zurückgehievt. Seit diesem Zeitpunkt habe ich mir fest vorgenommen, auf keinen Fall mehr in den Fluss zu fallen. Nach einer kleinen Mittagspause frisch gestärkt, konnten wir dann die Riesenwellen, Walzen, Strudel usw. meistern und sind dann endlich wieder am sicheren Ufer gelandet. Im Nachhinein war’s natürlich ein Riesenspaß, zwischendurch ging aber mein kleines Pertherzchen recht schnell.
Auf dem Weg nach Bogota haben wir dann noch in Villa de Leyva einen Zwischenstop eingelegt und sind dort herumgewandert (Auf dem Foto sieht man den “Engelspass”, wo es rechts und links vom schmalen Weg 30m steil nach unten geht). So langsam merkt man, dass man sich im Gebirge befindet, da es vor allem Nachts richtig kalt wird.
Nun sind wir in Bogota im Hostal Sue gelandet, wo es endlich mal wieder kostenloses wireless Internet gibt und wir so die Internetseiten auf Vordermann bringen können…

Diesmal gibt es auch wieder ein kleines Bilderrätsel. Gesucht ist wie immer ein Liedchen, welches durch das 3. Bild (das bunte mit den neun kleineren Bildern) umschrieben wird. Wer als erster die Lösung postet, bekommt eine kleine Überraschung. Als kleiner Tip: Das Lied ist relativ unbekannt und recht alt (50er Jahre). Trotzdem fröhliches Raten…


 

Nach einer kleinen Reparieraktion im Hostel in Santa Marta (neuer Wasserkühler, Blinker, 3 gebrochene Speichen usw…) und einem kleinen Abstecher zum lokalen Strand Tatanga haben wir uns dann in Indiana Jones Manier auf die Suche nach der verlorenen Stadt begeben. 6 Tage, 5 Nächte, 5 Leute, ein Muli, ein Hund, ein Guide und ein Koch waren mit von der Partie. Am ersten Tag ging es dann gleich 4 Stunden lang nur bergauf und ich habe mit meinem großen Rucksack doch ein wenig geschnauft. Die nächsten Tage ging es dann entlang am kühlen Fluss, den wir dann auch öfters mal überqueren mussten, auf kleinen Pfaden durch dichten Dschungel, oder ein wenig auf glitschigen Felsen kletternderweise entlang. Abends sind wir dann immer relativ fertig, aber gut bekocht, in die Hängematten gefallen und haben uns dann die Nacht durch von Moskitos verstechen lassen. Die Ciudad Perdida (verlorene Stadt) selbst war zwar ganz schön, aber nicht sooo beeindruckend, weil man halt nur noch ein paar runde Steinfundamente im Dschungel sieht, auf denen damals irgendwelche Holzhütten gestanden waren. Die Stadt ist erst 1973 entdeckt worden und war also um die 400 Jahre lang verlassen, als die Spanier nach Kolumbien kamen. Heute sieht man noch überall irgendwelche Indios herumlaufen, die dort Rasen mähen oder sonst was machen. Unser Hund Dollar (so genannt, weil er dauernd die Berge hoch und runter läuft) war allerdings den Indios gegenüber etwas feindlich eingestellt und hat dauernd versucht, sie zu beißen, auch nachdem er um Haaresbreite gesteinigt und mit der Machete geköpft wurde. Unser Guide hat ihn dann nach dem Trip sicherheitshalber mit zu sich nach Hause genommen und wir haben ihn dann Euro getauft. Die Lauferei war schon relativ anstrengend, besonders nachdem unser Indiana-Geraldo sich einen offenen Bruch am Bein zugelegt hat und uns alle wieder aus dem Dschungel gerettet hat, obwohl er die unmenschlichen Schmerzen nur durch eine Tablette gelindert hatte (Anm. der Red: Einige Tatsachen wurden aus dramaturgischen Gründen etwas verändert). Das Ende vom Lied war, dass Angie und ich auch noch seinen Rucksack getragen haben.
Alles in allem ein lustiger Trip, das nächste Mal nehme ich mir aber ein paar Socken weniger und ein Moskitospray mehr mit.
Nun brauchten wir natürlich erst einmal etwas Erholung am Strand, und so sind wir dann in den Parque Tayrona gefahren, wo wir an einsamen Karibikstränden unsere geschundenen und verstochenen Körper in Hängematten liegend kuriert haben.
Danach ging es mit dem Bus nach Medellin, der Welthauptstadt der plastischen Chirurgie und laut Hörensagen die Stadt mit den schönsten Frauen der Welt. Diesen Anspruch konnte Medellin allerdings meiner Meinung nach nicht ganz erfüllen, obwohl die weiblichen Einwohner dort schon recht hübsch anzusehen waren. Um uns ein besseres Bild davon zu machen, sind wir einen Abend sogar mal in einen Club (hatte mir schon in San Blas geschworen, nie wieder in einen zu gehen), der aber erwartungsgemäß schlecht war (ich kann mich bei der Musik einfach nicht entspannen) und am nächsten Tag in die Universität von Medellin, wo wir dann wegen einem Gewitter zwei Stunden lang in einer Kneipe mit Fassbier gefangen waren. Schließlich haben wir dann noch den Gerald verabschiedet und sind nun wieder in Santa Marta bei unseren Motorrädern.


 

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